Bemerkenswert

Endlose Liste offener Harry-Potter-Fragen

Da ich leider vollkommen besessen bin von Harry Potter (das Original, Teil 1 bis 7, als Buch, Hörbuch und Film), lese/höre/sehe ich es auch ständig. Dementsprechend fallen mir Dinge auf, die mir im Laufe der Zeit nicht ganz klar sind. Möglicherweise sind die Antworten längst gegeben worden, aber ich habe sie leider verpasst.

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Fährt der Hogwarts-Express eigentlich regelmäßig? (Eigenes Bild)

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Hörbücher 2018 – April

April war Stuckrad-Barre-Monat. Ich bin endlich wieder gesund und die Sonne scheint auch. Das macht mir Lust auf viel zuhören und mitfiebern.

Weil ich zwischen dem Schlafen regelmäßig (wach) in einem Büro sitze und daher mit dem Lesen nicht ganz so schnell bin wie ich gern wäre, höre ich mir Hörbücher an. Das geht einfach, kostet einen Spottpreis (danke, Spotify ♥) und wenn man Glück hat, ist es richtig entertaining.


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Lara (VIII)

Es ist still im Raum. Man könnte eine Stecknadel fallen hören. Es fällt aber keine. Stattdessen kann sie andere Leute atmen, hüsteln hören. Die Leute sind ihr fremd. Sie hat sie nie gesehen. Doch sie sind alle hier, weil sie so sind wie Lara. Genauso anders.

Die Therapeutin beginnt die Sitzung, die erste Gruppentherapiesitzung, die Lara je erlebt hat. Der Reihe nach stellen sich die anderen vor. Als sie dran ist, stolpert Lara über die Worte. Clever will sie sein, doch wie so oft kommt es dumm heraus. Schnell weiter zum nächsten Teilnehmer.

Nachdem die Namen ausgetauscht und sofort wieder vergessen sind, will die Therapeutin die Beschwerden der Anwesenden sammeln. Nur langsam trauen sich die Anwesenden zu berichten, was ihnen das Leben schwer macht. Zu langsam für Lara. Sie möchte schreien, die anderen zwingen jetzt sofort alles zu berichten, was sie belastet, damit sie weiß, ganz sicher weiß, dass es anderen genauso geht. Dass ihr Kopf zwar anders ist, aber auch andere Menschen dieses ‚anders‘ spüren. Dass man ihren Kopf behandeln kann, und dass ‚anders‘ irgendwann besser wird.

Und endlich beginnen die Teilnehmer zu sprechen. Über die Vögel, die vor dem Fenster sitzen und plötzlich die gesamte Aufmerksamkeit fordern, obwohl man eigentlich gerade einem spannenden Vortrag lauscht. Über Fragen, auf die man keine Antwort weiß, weil man nicht darauf vorbereitet ist und der Kopf so voll, dass man erst stundenlang danach suchen muss. Über die Müdigkeit, die das Leben so schwer macht, weil man alles fünf mal so anstrengend durchlebt wie der Rest der Welt und am Ende des Tages einfach nicht mehr kann.

So spricht vorsichtig jeder seine Probleme aus, und mit jedem Nicken bestärken sich die Teilnehmer, „Ja, es ist scheiße, aber nein, du bist nicht allein“.

Manchmal ist es nur das Wissen um Gemeinsamkeit, was man braucht um durchzuhalten.

 

 

Hörbücher 2018 – März

Ich sitze in einem neuen Büro. Da gibt es richtige Pflanzen. Außerdem musste ich leider dringend Das kleine Fernsehballett mit Sarah Kuttner & Stefan Niggemeier binge-hören. Es war sehr aufregend.

Weil ich zwischen dem Schlafen regelmäßig (wach) in einem (neuen) Büro sitze und daher mit dem Lesen nicht ganz so schnell bin wie ich gern wäre, höre ich mir Hörbücher an. Das geht einfach, kostet einen Spottpreis (danke, Spotify ♥) und wenn man Glück hat, ist es richtig entertaining.


Was ich im März hörte: „Hörbücher 2018 – März“ weiterlesen

Lara (VII)

Teil 1 – Hören

Kopfhörer im Ohr, einer spricht eine Geschichte. Seit Stunden nicht mehr aufgepasst. Keine Ahnung, wovon er redet.

Darüber Radio. Ein Song. Ein guter. Endlich mal. Vorher Grönemeyer. Danke, nein.

Draußen Regen. Fenster offen. Ein Auto fährt die Straße entlang.

Die Kollegin öffnet ihre Schublade. Schließt sie nicht wieder. Hat etwas herausgeholt.

Hinter mir die Tür, dahinter die Treppe. Schritte. Kommt jemand rein? Oder geht er vorbei?

Draußen, unten, zieht jemand einen Rollwagen entlang.

Das Telefon klingelt. Nicht für mich.

Eine neue Email. Spam. Löschen.

Unter dem Fenster geht jemand vorbei. Telefoniert. Ist wütend.

Der Kollege steht auf. Geht durch die Tür. Kann seine Schritte hören, auf der Treppe, nach unten.

Kopfhörer schweigen. Geschichte vorbei.


Teil 2 – Sehen

Bildschirm leer. Der Mauszeiger bewegt sich träge nach oben. Neuer Tab.

Nachrichten. Öde.

Emails. Nichts neues. Seit Stunden. Tagen.

Eine Datei aufrufen, um im Notfall so zu tun als ob. Durch das Dokument scrollen. Ist fertig. Seit Tagen. Keine Freigabe, keine Abgabe. Warten.

Zurück im Browser. Onlinemagazin. Alles schon gelesen. Naja, so halb. Nichts interessantes dabei.

Draußen Regen. Blick auf den Parkplatz. Dahinter Wald. Nichts passiert.

Blick auf’s Handy. Keine neuen Nachrichten. Kein Wunder. Die arbeiten ja alle, die anderen.

Im Augenwinkel. Tür auf. Jemand kommt rein. Geht vorbei. Macht was, da hinten. Kommt wieder zurück. Tür zu. Augenwinkel leer.

Kopf leer.

Über den Wilden Fluss

Wer die Geschichte um das Mädchen Lyra Belacqua mit ihrem Goldenen Kompass nicht kennt, dem ist einiges entgangen. In einer Welt, die unserer so ähnlich und doch so völlig anders ist, begegnet sie Eisbären, Hexen, Gyptern und schließlich einem Tor in eine andere Welt – eine weitere Welt. Es bleibt nicht die letzte Welt, die Lyra mit ihrem Dæmon Pantalaimon betritt, von denen jede ihre eigenen Wunder und Gefahren bereithält.

Über den Wilden Fluss, Kapitel 3 - Lyra
Kapitel 3 – Lyra

Der Goldene Kompass ist der erste Teil einer Trilogie von Philip Pullman. Die*der Leser*in begleitet Lyra durch viele Welten, viele Abenteuer, findet dabei wunderbare Menschen und erfährt, was Verlust bedeutet.

Pressefoto Über den Wilden Fluss
Pressefoto, (c) Carlsen Verlag

Doch es gab auch eine Zeit bevor Lyra zu ihrer großen Reise aufbrach, eine Zeit, in der sie ihre eigene Welt noch gar nicht kennt, aber dennoch gekannt wird – von Menschen, die ihr nichts Gutes wollen. Davon erzählt Über den Wilden Fluss. Lyra, die Tochter des mächtigen Lord Asriel und der skrupellosen Marisa Coulter, ist das kindgewordene Ergebnis von ungezähmten Gefühlen. Asriel ist ein leidenschaftlicher Forscher, der sich mit dem Phänomen Staub befasst. Marisa dagegen ist eine nur äußerlich wunderschöne, sehr zwielichtige Gestalt, die dem Magisterium und der Kirche sehr nahe steht. Und damit ist auch schon der ewige Konflikt geschaffen: Wissenschaft gegen Kirche, daraus entstanden ein Kind, das die Welt verändern wird – Lyra Belacqua.

Weil das Kind bei keinem Elternteil sicher aufwachsen kann, wird es in die Obhut der guten Nonnen des Klosters Godstow gegeben. Dort begegnet ihr der Held unserer neuen Geschichte, der elfjährige Malcolm Polstead. Malcolm ist der Sohn des Wirts des Gasthauses Zur Forelle, das am anderen Ufer der Themse liegt. Malcolm ist ein begeisterter und begabter Kanufahrer. Sein ganzer Stolz ist sein Kanu La Belle Sauvage

Dass etwas nicht stimmt, wird Malcolm klar, als er eines Tages eine Wissenschaftlerin und Spionin trifft, die als eine der wenigen Menschen ein Alethiometer bedienen kann. So heißt das Gerät, das aussieht wie ein goldener Kompass, und mit dem man Zukunft und Wahrheit lesen kann. Und dann ist da noch das Rusakow-Teilchen, entdeckt von einem in Ungnade gefallenen Wissenschafter, das die wissenschaftliche Elite und auch Lord Asriel in Atem hält. Dem gegenüber stehen das Magisterium und die Kirche, die durch zweifelhafte Methoden ihr Recht auf Macht einfordert. Inmitten all der Mächtigen taucht immer wieder Marisa Coulter mit ihrem goldenen Affendæmon auf. Beide Elternteile zieht es zu dem Kind, das man ihnen wegnahm, und gleichzeitig wollen sie den jeweils anderen um jeden Preis von ihr fernhalten.

Über den Wilden Fluss, Kapitel 10 - Lord Asriel
Kapitel 10 – Lord Asriel (Eigenes Bild)

Während Malcolm seiner Welt dabei zusieht, wie sie langsam immer merkwürdiger und unangenehmer wird, beginnt es zu regnen. In einer besonders stürmischen Nacht schlägt das Schicksal dann zu, und Malcolm flüchtet gemeinsam mit Alice, dem Mädchen aus der Küche der Forelle, und Lyra im Arm auf den wilden Fluss, der längst alle Ufer überstiegen hat und zu einer reißenden Kraft geworden ist. Was folgt, ist eine atemberaubende Verfolgungsjagd auf der Themse, in deren Verlauf Malcolm und Alice nicht nur mit ihren Verfolgern kämpfen müssen, sondern auch mit sich selbst und miteinander.

Über den Wilden Fluss ist der erste Teil einer Trilogie, die schon auch mit His Dark Materials zu tun hat, aber generell auch allein stehen kann/können soll. Insgesamt ist es natürlich sehr zauberhaft, ein bisschen wie ’nach Hause kommen‘. Man trifft alte Bekannte und bekommen einen Einblick darüber, wie ihr Leben ‚davor‘ war. Vor Lyra, vor dieser welterschütternden Geschichte über Staub, Krieg und Liebe. Die Geschichte ist viel, aber auch viel gut. Sie lässt die*den Leser*in zurück mit dem Gefühl nach mehr wollen.

Ich liebe His Dark Materials. Alles daran ist einfach wunderbar. Ich liebe die Idee der Dæmonen, ich liebe Lee, ich liebe die Gypter und Vader Coram, ich liebe die Hexen und Serafina Pekkala, ich LIEBE Iorek Byrnison und die ganzen Panserbjorne, ich liebe Will und Wills Mama und den Papa, ich liebe das Alethiometer, das Messer und das Bernsteinteleskop, ich liebe die Mulefa und die Gallivespier, ich liebe Mary, ich liebe Staub und den Tod und ich liebe Lord Asriel und Mrs Coulter. Vor allem aber liebe ich Lyra. SO SEHR. Mein tapferes kleines Mädchen, ich bin so unfassbar stolz auf sie und auf das, was sie alles geschafft hat. Falls es nicht ganz deutlich: Meine Erwartungshaltung an Über den Wilden Fluss war immens hoch. Es war praktisch unmöglich sie zu erfüllen. Aber dann hat’s doch geklappt. Vielleicht ist Philip Pullman ein Zauberer? Egal. Hauptsache er schreibt mir noch mehr Bücher. Klar habe ich im letzten Drittel gedacht „Seriously? Das soll ein Elfjähriger schaffen?“, aber dann ist mir wieder eingefallen, dass a) Lyra auch nicht älter ist im Goldenen Kompass, und b) die Geschichte ohnehin vollkommen abgefahren ist, wer will denn da noch kleinlich beim Alter sein. Das Abenteuer wartet nicht, bis man alt genug ist. Es geht einfach los.

Über den Wilden Fluss, Philip Pullman (externer Link)
Erschienen im Carlsen Verlag, 17.11.2017

Über den Wilden Fluss (Hörbuch), Philip Pullman (externer Link)
Erschienen bei HörbucHHamburg, gelesen von Rufus Beck, 30.11.2017