Bemerkenswert

Endlose Liste offener Harry-Potter-Fragen

Da ich leider vollkommen besessen bin von Harry Potter (das Original, Teil 1 bis 7, als Buch, Hörbuch und Film), lese/höre/sehe ich es auch ständig. Dementsprechend fallen mir Dinge auf, die mir im Laufe der Zeit nicht ganz klar sind. Möglicherweise sind die Antworten längst gegeben worden, aber ich habe sie leider verpasst.

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Fährt der Hogwarts-Express eigentlich regelmäßig?

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Lara (IV)

Lara starrt ins Leere. Das macht sie oft, das kann sie gut. Besonders schwer ist es aber auch nicht. Starren ist ein Prozess, in dem genau nichts passiert. Es ist kein romantisches „den Gedanken nachhängen“, es ist nicht hoch konzentriertes „in Gedanken versunken“ auf den nächsten Geniestreich hinarbeitend. Es ist einfach nur Starren. Es könnte auch Schlaf sein, aber die Augen sind ja auf.

Lara merkt nichts, wenn sie so ins Leere starrt. Sie merkt nicht, ob auf der Straße in ihrem Blickfeld eine Stampede vorbeizieht. Sie merkt nicht, ob das Telefon klingelt. Sie merkt nicht, wenn jemand mit ihr spricht. Sie hört nicht mal die Stimmen, die aus ihren Kopfhörern auf sie einreden. Die Kopfhörer trägt sie nicht, weil das Gehörte sie von irgendwas ablenken würde. Sie trägt sie als Begründung, falls jemand fragt ob sie ihn nicht hört. Aus irgendeinem verrückten Grund finden die Leute es nämlich besser, wenn man sagt, man habe jemand anderem in den Kopfhörern zugehört, als wenn man sagt, man habe einfach mal Pause im Kopf gemacht. Vom Leben.

Manchmal hat Lara Angst, dumm zu werden. Nicht verrückt, sondern einfach nur sehr dumm. Dass die Intelligenz aus ihr herausfällt, ohne dass sie es merkt. Schon klar, dass Intelligenz keine abenteuerlich gestapelten Bauklötze im Kopf sind, die bei einer falschen Bewegung aus den Ohren rauspurzeln. Aber es gibt Tage, an denen ist es sehr lange sehr still um Lara herum. Mit und ohne starren. Stille im Blick, im Kopf, im Herzen.

Es sind nicht die Stille an sich, die ihr Angst machen. Lara findet sie schön, beruhigend. Das, dieses Schön-Finden, das macht ihr Angst. Manchmal, kurz, lässt sie diese Angst zu. Die Angst, dass es irgendwann nicht mehr aufhört still zu sein. Dass die Stille irgendwann der Normalzustand ist. Dass sie irgendwann die Stille beenden will, aber nicht mehr kann. Weil keiner da ist, der die Stille füllt. Weil sie zu dumm geworden ist, um mit anderen zu sprechen. Wenn das Gehirn nicht benutzt wird, schläft es ein.

Die Angst aber sagt ihr, dass da noch was wach ist. Etwas, das weiter teilnehmen möchte am Leben. Nur muss es manchmal erst sehr still sein, damit sie es hört.

Aufwachen.

Aufwachen ist der kritischste Moment des Tages. In den etwa zwanzig Sekunden zwischen „Nein, ich schlafe noch!“ und „Okay, ich bin wach.“ entscheidet sich, wie sich mein Tag entfalten wird. Ich wache entweder mit Weltverbessererlaune auf – oder ich werde den ganzen Tag nicht richtig wach. Letzteres wird für alle Beteiligten unangenehm.
Mein Wecker, ein gängiges iPhone-Modell, schickt zuerst zuerst Britney Spears, dann Taylor Swift und zum Schluss Caught in the Act in den Kampf um eine Rückkehr ins Leben der Wachen. Und so habe ich direkt beim Aufwachen schon alle Nachrichten der letzten acht Stunden in der Hand und vor Augen. Das kann schon mal die gute Stimmung verderben.

Zwischen den üblichen Emails, Erinnerungen und Benachrichtigungen, die niemanden interessieren, versteckte sich neulich aber ein ganz besonderer Hinweis.

Facebook: Du wurdest von Dagmar eingeladen, der Gruppe „ABI 2007!“ beizutreten.

Au weia. Großbuchstaben und Ausrufezeichen, das ist eine Kriegserklärung.

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Lara (III)

Lara brennt. Natürlich nicht richtig, sie steht nicht in Flammen wie eine rothaarige Frau im 16. Jahrhundert. Aber sie brennt. So muss sich das Höllenfeuer anfühlen.

Die Flammen wüten nicht an, sondern in ihrem Körper. Der Brandherd liegt irgendwo hinter ihren Brüsten. Das Feuer frisst sich ohne Umschweife direkt in ihr Herz, und in nullkommanichts steht das ganze Mädchen lichterloh in Flammen. Löschen? Keine Chance. Was immer du über ihr ausschüttest, wirkt nur als Brandbeschleuniger. Immer heißer, immer heller, bis zum völligen Verglühen.

Wut ist ein Scheißgefühl, das weiß jeder. Viele Menschen sind dieser Tage so cool, dass sie Wut nur aus dem Fernsehen kennen, aber sie selbst nie empfanden. Andere, so wie Lara, rasten direkt bei einem falschen Wort aus. Trigger nennt man das. Trigger, das ist wenn die volle Kaffeetasse umkippt. Wenn jemand ihren Namen falsch ausspricht. Wenn ihr jemand die Vorfahrt nimmt. Oder wenn ein frisch lackierter Fingernagel abbricht. Kommt alles mal vor, lässt alles das Blut kochen.

Lara würde das alles lieber nicht fühlen, denn es ist sehr schmerzhaft. Es kratzt und beißt und drückt, und irgendwann platzt es und dann, erst dann, kann es endlich ausbrennen. Und am Ende steht sie inmitten von Trümmern und Asche.

Wertsachentransport

Gesundheit ist jetzt hip. Nicht wichtig, sondern hip. Also auch wichtig, aber vor allem hip.

Ich hasse hip sein.

Seit ungefähr einer Weile tut mir der Rücken weh, nicht sehr, aber doch deutlich. Es ist nicht zu leugnen: Ich werde alt. Mein Rücken musste durch viel durch, und jetzt hat er leider rausgefunden, dass er durch den Einsatz von Schmerz seinerseits eine bessere Behandlung meinerseits einfordern kann. Deshalb sitze ich hier nun mit einem Rucksack.

In den letzten Wochen ist meine wunderschöne, neue Handtasche plötzlich Gegenstand einer wiederholten Diskussion. Sie sei zu schwer, konsterniert jeder, der sie einmal versehentlich anhebt. Natürlich ist die schwer. Schließlich steckt da mein halbes Leben drin! Von ganz banalen Dingen, die man wirklich bei jedem Spaziergang dabei haben sollte, also Wertsachen wie Portmonee und Schlüssel, über Nice-to-Have’s wie Regenschirm, Buch und Einkaufsbeutel, bis hin zu meiner ganz wichtigen Schminktasche (falls man mal versehentlich eine Nacht ungeplant woanders festsitzt) mit allen möglichen Medikamenten, Kosmetika und sonstigem Lebenszubehör ist da eben alles drin, was ich brauche. Dringend brauche. Immer.

In meiner weit entfernten Jugend gab es kurz eine Phase, in der Eastpak-Rucksäcke cool waren. Natürlich hatte ich auch einen, und natürlich hing der ganz lässig tief auf einer Schulter, und nicht ergonomisch korrekt sitzend auf beiden Schultern. Zum Glück waren bald darauf – im Nachhinein betrachtet unfassbar große – Schultaschen total in, und ich konnte das Ding in die letzte Ecke meines Schrankes verbannen. Ich war eben nie ein Rucksackmädchen. Doch nun sind sie zurück, en vogue.

Sieht irgendjemand mit einem Rucksack gut aus? Es geht mir natürlich nicht vorrangig darum, gut auszusehen, aber „Wertsachentransport“ weiterlesen